Zetbi - Zentrum für biographik

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Levke Harders
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Ruth Heftrig
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Carsten Heinze
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Ulrich Prehn
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Falko Schnicke
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Hannes Schweiger
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Christian Weber
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Sabine Arend

Promotion:

Studien zur deutschen Kunsthistorischen Ostforschung im Nationalsozialismus: Die Kunsthistorischen Institute an den (Reichs-) Universitäten Breslau und Posen und ihre Protagonisten im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik.

In der Arbeit wird herausgearbeitet, wie sich neben der Geschichtswissenschaft auch die Kunstgeschichte an der Volkstumsforschung beteiligte und ihren Beitrag zur Legitimierung der deutschen Politik in Osteuropa zu leisten bereit war. Neben der Rekonstruktion der Institutionengeschichte stehen dabei vor allem die Handlungsträger im Mittelpunkt. Hier galt das Interesse vor allem den Handlungsspielräumen der Fachvertreter. Methodisch greift diese Arbeit auf mehrere Zugänge zurück: institutionengeschichtliche, biographische, ideengeschichtliche und handlungstheoretische Ansätze werden kombiniert.
Download: http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/arend-sabine-2009-07-15/PDF/arend.pdf

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Levke Harders

Promotion:

American Studies. Disziplingeschichte und Geschlecht. Fachentwicklung in den USA bis in die 1960er Jahre

Diese Arbeit stellt eine erste Fachgeschichte der American Studies in den USA dar. Dabei werden sowohl konzeptionelle und diskursive als auch personelle, institutionelle und soziostrukturelle Bedingungen für Wissenschaftlerinnen in dieser Disziplin analysiert.

Aktuelles Forschungsprojekt:

Wissenschaft wurde visualisiert nicht nur in erklärenden Abbildungen wissenschaftlichen Wissens, sondern auch über die Darstellung der Produzent/-innen dieses Wissens. Das Forschungsvorhaben untersucht die Konstruktion wissenschaftlicher Selbstbilder durch Porträtfotografien. In einer Epoche der Professionalisierung und Ausdifferenzierung der Wissenschaft, in der sich zugleich die Fotografie als modernes Medium durchsetzte, verweist die Ikonografie der Porträts auf die habituelle Selbstdarstellung der Wissenschaftler/-innen und diente zudem als Kommunikationsmittel innerhalb der scientific community und gegenüber der Öffentlichkeit. Als Referenzpunkt der Selbstverständigung geben Wissenschaftlerporträts Auskunft über die Konstruktion der wissenschaftlichen Persona, in der Ideale moderner, ‚objektiver' Wissenschaft ebenso eingeschrieben sind wie Vorstellungen von Geschlecht und ‚Rasse'. Sowohl in öffentlichen Debatten, Forschungspublikationen, in Institutionen oder im wissenschaftlichen Austausch als auch über die fotografische Darstellung wurde verhandelt, was unter Wissenschaft zu verstehen sei und wer als Wissenschaftler gelte. In dem Projekt "Wissenschaft in Porträts" analysiere ich daher Fotografien von Wissenschaftler/-innen in den USA, die im Zeitraum von 1870 bis 1900 entstanden sind, hinsichtlich ihrer technischen Produktion, der Konstruktion der wissenschaftlichen Persona und ihrer Verwendung.

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Ruth Heftrig

Dissertationsprojekt:

Modernerezeption in der deutschen universitären
Kunstgeschichte 1930-1960(Arbeitstitel).


Die Frage, wie sich Kunsthistoriker an deutschen Universitäten unter verschiedenen politischen Bedingungen (Deutsches Reich, Besatzungszeit, DDR, BRD) zur modernen Kunst positioniert haben, steht im Zentrum des Promotionsvorhabens. Der Fokus richtet sich auf die Wechselwirkungen zwischen den Bereichen Universität und Wissenschafts- bzw. Kulturpolitik. Das Agieren der Wissenschaftler, die sich im Zeitraum von 1930 bis 1960 mit „der Moderne“ auseinandergesetzt haben, wird anhand von Publikationen und archivalischen Quellen analysiert. Die Studie wird einerseits einen Überblick über Umfang und Art der Modernerezeption geben, und andererseits anhand ausgewählter Akteure zeigen, ob und wie sich die kunsthistorische Tätigkeit unter wechselnden politischen Bedingungen konkret veränderte.

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Carsten Heinze

Dissertation:

Identität und Geschichte in autobiographischen Lebenskonstruktionen: Jüdische und nichtjüdische Vergangenheitsbearbeitungen in Ost- und Westdeutschland
In der Arbeit werden die Wechselwirkungen und Zusammenhänge zwischen narrativer Identitätszuschreibung und zeitgeschichtlicher Erfahrungsverarbeitung am Beispiel autobiographischer Schriften aus Ost- und Westdeutschland beleuchtet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Differenzierung jüdischer und nichtjüdischer Lebenszeugnisse. Die Arbeit verfolgt auf der einen Seite ein erkenntnistheoretisches Interesse hinsichtlich der Frage, wie Geschichte, Erinnerungskultur und autobiographisches Schreiben als identitätskonstituierender Akt miteinander verbunden sind, auf der anderen Seite wird dieses Verhältnis anhand empirischer Studien von Einzelfällen in seinen zeitgeschichtlichen Bezügen aufgewiesen.

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Julia Herzberg

Dissertationsprojekt:

Gegenarchive. Bäuerliche Autobiographik zwischen Zarenreich und Sowjetunion (1861-1937).

Die autobiografischen Texte der Bauern und Bäuerinnen stehen in dem Dissertationsprojekt in ihrem Gemachtwerden im Mittelpunkt. Ich lese sie als ein Netzwerk von Praktiken, Techniken und Institutionen, welche Adressierung, Speicherung und Gebrauch erlaubten. Ihr Zusammenspiel ermöglichte Erfahrungen, präformierte ihre Niederschrift und wirkte auf die Überlieferung zurück. Um die Faktoren nachzuzeichnen, welche die Überlieferung bäuerlicher Erfahrungen förderten, behinderten oder als bäuerlich etikettierten, werden mit „Adressierung“, „Sammeln“ und „Archivierung“ drei Aspekte aufgewertet, die bisher unterbeleuchtet sind. Sie sind eng mit den heute lesbaren Selbstverortungen, Deutungsmustern und Schreibweisen verflochten. Im Mittelpunkt der Studie stehen mit Publizistik und Presse, Autobiografieprojekten und dem Familienkreis drei soziale Räume, in denen autobiografisches Schreiben zwischen Bauernbefreiung und Kollektivierung praktiziert wurde. Mit zunehmender Nähe zwischen den an der Interaktion beteiligten, änderten sich auch die Bedeutungssysteme, in denen Bauern und Bäuerinnen über ihr Leben sprechen konnten und die es erlaubten, dass ihre Lebensbeschreibungen bewahrt, gesammelt und bis heute überliefert worden.

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Ulrich Prehn

Dissertation:

Die geistige Mobilmachung der „Volksgemeinschaft“:
Max Hildebert Boehm (1891-1968)


Im Zentrum der vornehmlich intellektuellengeschichtlichen biographischen Untersuchung steht die Analyse der Kontinuitäten und Wandlungen eines deutschen Rechtsintellektuellen im „kurzen“ 20. Jahrhundert. Der Hauptfokus liegt auf dem Wissenschaftsverständnis und dem spezifischen wissenschaftlichen (und politischen) Beitrag eines deutschen „Volkstumsforschers“ und „Volktheoretikers“ sowie auf der Politiknähe und dem tatsächlichen politisch-ideologischen Einfluss des ethnopolitischen Experten in der letzten Phase des Deutschen Kaiserreiches, in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und in den ersten 30 Jahren der Bundesrepublik. Dabei werden nicht nur klassisch ideengeschichtliche Fragestellungen, etwa nach der Bedeutung und Transformation der Ideen von „Volk“ und „Nation“ sowie der Wirkungsmacht abgeleiteter weltanschaulicher Konzepte wie der deutschen „Volksgemeinschaft“ oder des rechtsintellektuellen Europa-Diskurses, verfolgt. Es stellt sich – insbesondere im Rahmen einer Einzelbiographie – darüber hinaus die Frage, ob ihr Protagonist einen intellektuellen Typus verkörperte, den die gängigen, relativ unpräzisen Zuschreibungen wie „Ostforscher“, „konservativer Revolutionär“, völkisch-nationalistischer „Wegbereiter“ der Nationalsozialisten oder Angehöriger der „Generation der Sachlichkeit“ nicht hinreichend abzubilden und zu erklären vermögen.

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Falko Schnicke

»Geschichte als Körperpolitik. Wissensordnungen und Geschlechterdispositionen der deutschen und britischen Geschichtswissenschaft des späten 18. und 19. Jahrhunderts«

Das interdisziplinäre Projekt erarbeitet wissenschafts- und geschlechtergeschichtliche Untersuchungen zu den Körperpolitiken in der deutschen und britischen Geschichtswissenschaft des späten 18. und 19. Jahr­hun­derts, die für die soziale und epis­­te­­mologische Ausrichtung des Faches wesentlich sind. Das Erkenntnisziel liegt in den als wirk­mäch­tige Prämissen fungierenden vor-inhaltlichen Zuschrei­bungen, die den kul­turellen Rah­men der For­schung bilden. Einbezogen werden zwei Gegenstände: zum einen Semantiken der Selbstbeschrei­bung der Disziplin, die konkrete Arbeitsschritte verge­schlechtlichen und sexualisieren und Histo­rikerporträts, die repräsentativ für die wissenschaftliche Geschichtsschreibung stehen zum anderen. Für beide Ge­genstände werden die mehr oder weniger verdeckt ablaufenden, gewaltvollen Sprach- und Bildhandlungen untersucht, die auf biologische und symbolische Körper gerichtet sind, um (wissen­schafts)
poli­ti­sche Interessen zu artikulieren und durchzusetzen. Mit dieser Konzeption reagiert das Projekt insofern auf die vor­liegende Forschung, als es (1) weitgehend abstinente geschlechter-, körper- und sexualitätsgeschichtliche Aspekte in die Wissenschaftsgeschichte integriert, (2) die ebenfalls unterrepräsentierte visuelle Herstellung sozialer Wirklichkeiten ernst nimmt und (3) die bislang häufig national ausgerichtete Wissen(schaft-)sforschung methodisch erweitert. Das Projekt ist demgegenüber als Beitrag zur vergleichenden Wissensgeschichte Europas angelegt und kombiniert transferanalytische mit vergleichenden Ansätzen. Dafür sind Deut­sch­land und England besonders als Objekte geeignet, weil die Disziplinentwicklung in beiden Ländern zwar zeitlich versetzt verlief, sie dennoch korrespondierte und in wesentlichen Teilen aufeinander bezogen war.

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Hannes Schweiger

Im Rahmen des Boltzmann Instituts für Geschichte und Theorie der Biographie:

1. Mitarbeit an der Ernst Jandl Biographie
Näheres ist auf der Homepage das Boltzmann Instituts zu finden:

(zur Homepage)

2. Biographie als Medium kultureller Transfers
(im Rahmen des Schwerpunkts Theorie der Biographie am Boltzmann Institut)


Ich versuche der Frage nachzugehen, welche Rolle Biographien bei der
Konstituierung, Verfestigung, aber auch Infragestellung kultureller oder
nationaler Identitäten spielen und inwiefern sie als Medien kultureller
Transfers fungieren (können). Die Frage nach kulturellen Fremd- und
Eigenbildern in biographischen Darstellungen wird dabei ebenso behandelt wie
die Relevanz von Vermittlungsinstanzen (ÜbersetzerInnen, Verlage, etc.) oder
das grundsätzliche Problem kultureller Verstehensprozesse. Theoretische
überlegungen zu diesen Aspekten bauen auf Fallstudien zu Biographien in
deutsch-britischen Transferbeziehungen auf.

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Christian Weber

Dissertationsprojekt:

Max Kommerell. Eine intellektuelle Biographie

Die intellektuelle Biographie Kommerells stellt ein brisantes, erst in Ansätzen erschlossenes Kapitel der deutschen und europäischen Wissenschafts- und Kulturgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar. Kommerells umfangreicher, im Nachlass erhaltener Briefwechsel zeigt die Einbindung in unterschiedliche Entwicklungsprozesse der Zeit - von der Jugendbewegung über den George-Kreis bis hin zur Rolle der Wissenschaften im Nationalsozialismus. Die Materialfülle unveröffentlichter Quellen aus dem Kommerell-Nachlass im Deutschen Literaturarchiv Marbach ermöglicht es, unbekannte Gesichtspunkte in Kommerells Werk und Korrespondenz zu entdecken und dadurch neue Bewertungen seines Lebens und seiner Arbeit vorzunehmen.